Donnerstag, 18. August, 21 Uhr


Ein Abend für Ilma Rakusa


Berner GenerationenHaus, Bahnhofplatz 2
20 Uhr, 1. Teil: S. Corinna Bille
21 Uhr, 2. Teil: Ilma Rakusa
Eintritt: CHF 20.– für beide Teile
Moderation: Sibylle Birrer

Anfang Jahr ist sie siebzig geworden. Grund genug, der Autorin, Übersetzerin, Rezensentin und Vermittlerin Ilma Rakusa einen eigenen Programmpunkt am Berner Literaturfest zu widmen. Die Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter hat ihr Leben mit dem Schreiben vereint. Ihre Heimat ist die Sprache. Sie verfasst Gedichte, Prosaminiaturen, Erzählungen, Essays, Rezensionen und Vorträge, sie unterrichtet und moderiert. Sie vermittelt zwischen Ost und West und übersetzt – Marguerite Duras, Danilo Kis, Marina Zwetajewa, Imre Kertesz – um pro Sprache nur jeweils einen Namen zu nennen.
Als «Unterwegskind», wie sie sich nannte, lebte sie in den ersten sechs Jahren ihres Lebens in Budapest, Ljubljana und Triest, bevor sich die Eltern mit ihr in der Schweiz niederliessen. Nicht, wie man denken könnte, das Provisorische, das «Unterwegs-sein» war für das Kind die grössere Prüfung, sondern dieses «Sich-niederlassen ». «Der Norden stellte mich auf mich selbst. Schlagartig begriff ich, was Vereinzelung ist. Und Kälte», schreibt sie in ihrem 2009 mit dem ersten Schweizer Buchpreis ausgezeichneten Prosawerk Mehr Meer. Die Geografie dient ihr als inneres Koordinatensystem und das Ich als virtuelle Landkarte der Begegnungen mit Menschen, Büchern, Musik. Auch aus diesem Grund wird sie die grosse Europäerin der Literatur genannt. Der Mensch hat keine Wurzeln, sondern zwei Füsse um sich zu bewegen. Sibylle Birrer wird durch den Abend führen, literarische Weggefährten und Ilma Rakusa selbst werden lesen.

Es treten auf:
Zsuzsanna Gahse
Ilma Rakusa
Aleš Šteger
Raphael Urweider